Montag, 11. Juni 2012
Wenn Schüler fliegen und Drachen Fußball spielen
Die Lernhilfe "Textaufgaben" für die dritte Klasse ist spielerisch
aufgebaut
Textaufgaben sind für gewöhnlich öde. Nicht so die aus
dem Übungsheft der Lerndrachen für die dritte Klasse
aus dem Klett Verlag. Kunterbunt und fröhlich sind
die Rechenaufgaben aufgemacht. Damit nicht genug. Sie
machen sehr viel Sinn, weil sie einen Bezug zum Alltagsgeschehen
haben. Im Theater müssen die Sitzpläzte nummeriert werden,
Jana darf sich Möbel für ihr Kinderzimmer aussuchen,
wobei die Ersparnis der reduzierten Möbel berechnet
werden soll und dann sollen noch Euro-Scheine richtig
beziffert werden. So lernen Kinder die Banknoten mit ihren
verschiedenen Farben kennen und gleichzeitig zu sparen.
Auch Entfernungen zu diversen Städten sind mit von der
Partie. Eine grüne Landschaft mit einem See, einer Burg,
Bäumen und Häusern veranschaulichen die Aufgabe, wonach
das Verständnis für Kilometer geweckt werden soll. Für die
Rechnungen, zum Beispiel der Gesamtzahl der mit dem Wohnmobil
zurückgelegten Kilometer, sind Rechenkästchen abgebildet.
Tierisch werden Längenvergleiche geübt. So ist der Walhai
13 Meter und 30 Zentimeter länger als der Steppenelefant.
Der Steppenelefant wiederum ist fünf Meter breit. Die
farbigen Zeichnungen der Tiere sind liebevoll gemalt.
Die Seiten des Lernheftes sind sehr übersichtlich mit
farbigen Kästchen durchbrochen oder mit lustigen grünen Lerndrachen
aus der Famile der Drachen versehen. Neben Baumhäusern,
Kiosken und Tieren gibt es auch Abenteuerliches wie die Zauberer
und die Kinder, die auf einem Besen reiten oder besser: fliegen.
Bei den Zauberern geht es um die Zeitvorstellung von Minuten
bis zu einer Stunde. Spielerisch erlernen Schulkinder im
Wildpark wie schwer ein Eichhörnchen oder ein Elch sind.
Sogar eine Schatzkarte mit Booten, Stegen, einer Burg, Krabben,
Sonnenschirmen ist in Planquadrate unterteilt. Hier sollen
Kinder Ausschnitte aus dem Bild finden und die Koordinaten
dazuschreiben. Bei der Fülle an Details ist das gar nicht
so einfach. Im Anhang sind alle Lösungen abgedruckt und online
finden sich noch mehr Übungen.
Das Heft ist eine absolut kindgerechte Lernhilfe mit hübschen
Zeichnungen und sinnvollen Aufgaben aus der realen Welt und
der Phantasie, worüber das Lernen fast vergessen wird und zum
Spaß wird.
(c) Corinna S. Heyn
Die kleinen Lerndrachen
Mein Übungsheft Textaufgaben 3. Klasse
Klett Lerntraining GmbH 2012
Preis: 6,99 Euro
www.lerndrachen-training.de
Sonntag, 20. Mai 2012
Auf den Spuren der personifizierten Macht
Eine Biographie durchleuchtet den Einheitskanzler Helmut Kohl
Helmut Kohl gilt als Kanzler der Einheit und regierte
länger als jeder andere vor ihm 16 Jahre lang die
Bundesrepublik Deutschland. Wie kam er zur Macht`?
Wie und warum konnte er so lange regieren? Diesen
Fragen gingen die Autoren und "Spiegel-Politikchefs"
Hans-Joachim Noack und Wolfram Bickerich nach. 40
Jahre lang verfolgten sie das politische Wirken des
unterschätzten Machtmenschen Helmut Kohl. Doch es
wird auch der Privatmensch beleuchtet. So lernte der
gebürtige Pfälzer in den Hungerjahren nach dem Zweiten
Weltkrieg beim Tanztee die erst 15jährige Hannelore
aus Leipzig in Ludwigshafen kennen. Sie verliebten
sich sofort ineinander und heirateten 1960. Vater
Hans Kohl war Steuersekretär und stammte aus dem Fränkischen.
Die Mutter Cäcilie war schweigsam. Die Familie, in
die der kleine Helmut am 3. April 1930 hineingeboren
wurde, galt als streng katholisch. Doch es ging tolerant
zu. Der Vater hatte einen krisensicheren Job bei der Finanzbehörde.
Helmut Kohl wuchs glücklich mit zwei älteren Geschwistern,
Hildegard und Walter, auf. Aber Helmut Kohl erlebte auch
den Krieg. Eine Bombe detonierte Anfang 1940 im Vorgarten
des heimischen Hauses. Schlimmer noch war der Tod des Bruders,
der an der Front starb. Wie seinen Vater zieht es auch
seinen Sohn Helmut schon bald in die CDU, die 1946 in
Ludwigshafen aus der Taufe gehoben wurde. Kohl war nach
eigenen Angaben damals erst 16 Jahre alt. Er studierte
Geschichte und Politik in Heidelberg. Um sein Studium
zu finanzieren, schuftete er in einer Steinschleiferei.
Durch diese Bodenständigkeit erhielt er selbst beim
kleinen Mann als Politiker seine Glaubwürdigkeit. Nach
dem Studium wurde er Direktionsassistent in einer
Eisengießerei. Nur ein Jahr später schaffte er es in die
Führungsetage des rheinland-pfälzischen Landesverbandes
der Chemischen Industrie. Er knüpfte umgehend Kontakte
zu Wirtschaftsgrößen. 1959 kandidierte er als Kreisparteichef
in Ludwigsburg mit Zuhilfenahme von Konrad Adenauer. Egal,
welche Probleme sich dem Fels in der Brandung in den Weg
stellten, Helmut Kohl strahlte stets ein unerschütterliches
Selbstvertrauen aus. Obwohl er ab und an scheiterte wie
1964 auf dem Bundeskonvent der CDU verliert er seine Ziele
nie aus den Augen. Er ist eine Kämpfernatur. 1966 wurde er
Chef seiner Partei CDU. Bald rückte er auch in den Bundes-
vorstend auf. Der Publizist Günter Gaus sah schon 1967
in Helmut Kohl einen großen Politiker, wenn nicht sogar
Kanzler. Beim Start in Bonn musste sich Helmut Kohl mit
einer brutalen Niederlage abfinden. Bei der Bundestagswahl
1969 gewann die SPD mit Willy Brandt. Aber einen Mann von
seinem Format spornte es - manchmal zum Leidwesen seiner Ehefrau
Hannelore - zu noch mehr Anstrengungen an. 1972 absolvierte
er als stellvertretender CDU-Chef mehr Termine als der
Spitzenkandidat. Bis 1982 musste der Pfälzer durchhalten,
bis ihm endlich sein Traum erfüllt wurde: er wurde Bundeskanzler.
Zwei Jahre zuvor fragte sich Kohl zum ersten Mal, ob er sein
ehrgeiziges Ziel nicht aufgeben sollte. Helmut Kohl begann
seine Amtszeit in einem leergefegten Büro, das er bald mit
beruhigenden Zierfischen, seltenen Steinen, Plaketten und
Trophäen gemütlich machte. Und das er so schnell nicht
wieder verlassen hat. Dennoch wurde Helmut Kohl in den Medien
und von Gegnern hämisch betrachtet. Egal ob seine Leibesfülle,
sein Auftreten oder seine Art zu reden - er wurde zur Zielscheibe
von Spott und absolut unterschätzt. Die "Bild" ließ er an
sich heran, den "Spiegel" links liegen Die FAZ mag er, Kai
Diekmann, den Chef der "Bild" auch. Genscher vergaß er nie,
dass er ihm zur Macht verhalf. Nach 16 Jahren Amtszeit,
in denen er den Euro und ein geeintes Europa hervorbrachte,
stolperte er über eine Spendenaffäre. Es war ein Jahr nach
der Wahlniederlage 1998. Die neue Parteiführung der CDU befreite
sich 1999 von ihrem Übervater Kohl, allen mutig voran
Angela Merkel, die ehemalige CDU-Generalsekretärin.
Auch Wolfgang Schäuble brach 2000 mit dem Ex-Kanzler. Kohl
schreibt nach dem tragischen Tod seiner Frau an seinen Memoiren,
heiratet erneut - die Ökonomin Maike Richter - und erhält 2009
nach seinem Unfall den "Hanns-Martin-Schleyer-Preis" im
Stuttgarter Stadtschloss. Das letzte Foto in der Biographie
über den Altkanzler zeigt ihn mit Bundeskanzlerin Angela Merkel
2009 in Oggersheim. Eine sehr aufschlussreiche, flüssig
geschriebene Biographie über eine Legende in der deutschen Politik.
(c) Corinna S. Heyn
Hans-Joachim Noack/Wolfram Bickerich,
Helmut Kohl. Die Biographie.
Rowohlt Berlin 2010.
Hardcover
Zu dessen 80. Geburtstag
Montag, 7. Mai 2012
60 Jahre Baden-Württemberg und ein Memory
Der Ravensburger Spieleverlag brachte ein lehrreiches Spiel heraus
Der Ravensburger Spieleverlag und das Staatsministerium
gaben zur Feier von 60 Jahre Baden-Württemberg ein
Memory heraus. 52 Bildpaare sind mit dabei, um mit bis
zu acht Spielern das südlichste Bundesland zu erkunden.
Auf den abgerundeten Kärtchen sind unter anderem ein
Teddy von Steiff zu sehe, das Porsche-Museum, der
Wasserturm von Mannheim, das Schloss in Ludwigsburg
die Sauschwänzlebahn Blumberg oder das Schloss Rastatt.
Das Schloss in Rastatt war ein Residenzschloss des
Markgrafen von Baden. Heute ist es eine Erinnerungsstätte
für die Freiheitsbewegungen der deutschen Geschichte.
Ein Affe aus Bronze versinnbildlicht nicht den Affenberg
in Salem, sondern steht für Heidelberg wo der Künstler
Professor Gernot Rumpf diese Spottfigur geschaffen hat.
Ein goldener Armreif mit Schlangenfigur symbolisiert
die Gold- und Schmuckstadt Pforzheim, wo drei Viertel
der deutschen Schmuckgüter produziert werden. Auch der
Hockenheimring im Rhein-Neckar-Kreis darf nicht fehlen.
Motorräder auf der Rennstrecke erinnern an die traditionsreichste
Rennbahn für den Motorsport. Friedrich Schiller wurde
in Marbach am Neckar geboren. Bis zum 26. Lebensjahr
wohnte er in Mannheim und im Raum Stuttgart. Eine Büste
ziert eine Memory-Karte. Seit dem Jahr 2000 gehört die
Insel Reichenau am Bodensee zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Auch sie ist mit von der Partie. Sicher gibt es noch viel
mehr als die 52 ausgesuchten Orte oder Personen wie
zum Geispiel das Hermann-Hesse-Museum in Gaienhofen,
aber man kann nicht alles hineinpacken und vielleicht
gibt es ja eine Fortsetzung zu einem weiteren Jubiläum.
Die Info-Texte im beigefügten Booklet schrieb Werner
Fichter. Die Redaktion bei Ravensburger hatte Lothar Hemm inne.
Ein lehrreiches Spiel zur Geschichte Baden-Württembergs
für Jung und Alt.
(c) Corinna S. Heyn
Memory Baden-Württemberg
Zum Landesjubiläum 2012
Ravensburger Spieleverlag 2012
52 Bildpaare
www.ravensburger.com
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